Voller Einsatz unter erschwerten Bedinungen

So könnte man die Aktion nennen, als ich zum ersten Mal versuchte, mit einer Avocado ein Schokodessert zu erzeugen!

Natürlich ist das für viele schon ein alter Hut. Für mich galt bisher allerdings: Avocado lasse ich an meine Gesichtshaut, aber nicht in Mund und Magen!
Mal ehrlich: wonach schmeckt Avocado denn? Und kommt mir jetzt nicht mit: „nach Avocado!“
Angenehm ist die samtig-schmelzige Konsistenz dieser Frucht eines Lorbeergewächses – die historisch auch Alligatorbirne oder Butterfrucht genannt wurde – schon. Und die Tatsache, dass sie im Geschmack eher als „zurückhaltend“ zu bezeichnen ist, hat mich nun doch dazu bewogen, sie ausnahmsweise einmal nicht für eine Gesichtsmaske zu nutzen. Mein Plan war, bei erfolgreicher Umsetzung als nächstes einen Schokokuchen mit Avocados zu backen.

Ich habe mir verschiedene Rezepte angesehen, die die „Alligatorbirne“ in Desserts verwenden. Da ich mich zur Zeit aber auch wieder stärker mit vernunftgemäßer Ernährung beschäftige, war es gar nicht so einfach, etwas zu finden, das beide Punkte unter einen Hut bringt.
Wie so oft, habe ich mich für einen Mittelweg entschieden und mir aus verschiedenen Rezepten ein eigenes gebastelt.

Und als ich am Freitag beim Familienbesuch feststellte, dass ich meine Einkäufe noch im Kofferraum geparkt hatte, schlug ich vor, für das Mittagessen am Samstag ein Dessert zu machen. Ich verriet erst einmal nicht, dass der „Schokopudding“ „vegan“ ist und aus Avocados besteht. Sicher ist sicher. Wenn sie ihn gekostet haben, kann ich die Katze ja noch immer aus dem Sack lassen.

Gesagt – getan!

Avocado-Schoko-Dessert
mit frischen Orangenspalten

Für mein Dessert für 3 Personen benötigte ich:

2 reife Avocados
2 kleine Orangen
1,5 EL Back-Kakao
1 Prise Salz
1 TL Bio-Vanille-Extrakt
1,5 EL brauner Rohrzucker

und weil bald Weihnachten ist:
1 Prise Zimt

Zubereitung:

Die Avokados ringsherum mit einem Küchenmesser einschneiden, aufdrehen und den Kern entfernen.
[Ich habe einen der Kerne zur Züchtung einer Avocado-Pflanze beiseite geschafft!]
Am einfachsten kann man das reife Fruchtfleisch mit einem Esslöffel aus der Schale kratzen. Das Fruchtfleisch in eine hohe Rührschüssel geben.

An den Orangen oben und unten eine „Scheibe“ abschneiden – so stehen sie besser auf der Arbeitsfläche. Dann die Schale so großzügig abschneiden, dass die bitteren weißen Fasern mit entfernt werden.
Aus der Frucht nun mit einem scharfen Messer die Filets über den Avocados herauslösen. Das übrig gebliebene „Fruchthaus“ über den Avocados mit der Hand auspressen. So kann aller entstehender Saft aufgefangen werden. Die Orangenfilets beiseite stellen – bis auf 4 oder 5 Stück – die zu den Avocados geben. Die übrigen Zutatan zufügen und mit dem Passierstab zu einer homogenen Masse verarbeiten.

Hier lag für mich die Krux: Mein Elternhaushalt verfügte lediglich über einen suspekten Standmixer! Mir war bereits vorher klar, dass das zu Schwierigkeiten führen würde – aber ich wollte mein Vorhaben deshalb nicht aufgeben. Also beförderte ich alle Zutaten in den Mixer, schaltete ihn ein – und ….. nichts geschah!
Die Klingen setzen sich hörbar in Bewegung, der Inhalt des Mixgefäßes zuckte ein einziges Mal und verharrte dann in einer Starre, während die Klingen eine Art Vakuum zu schaffen schienen.

Großartig! Stellt euch einfach vor, dass ich an dieser Stelle intensiv mit den Augen gerollt habe! So etwas nervt. Kann sich das Equipment nicht einfach so verhalten wie ich das von ihm erwarte? Das galt offenbar nicht für diesen Standmixer der Marke Silvercrest!
Ich begann vorsichtig, mit einem Esslöffel in der Masser herumzunesteln – in der Hoffnung, dass ich weder die Klingen zerstöre, noch diese mir den Metalllöffel in mein Dessert schreddern! Alles hatte nur mäßigen Erfolg.
So beschloss ich, das eigentlich vegane Desser zu entweihen, und gab etwas Milch dazu, um den Mixer zu motivieren, doch noch ein Dessert aus dem klumpigen Zeug in dem Mixbecher zu machen. Am Ende kamen der Mixer und ich zu einem für beide Seiten brauchbaren Ergebnis.

Ich füllte die Schokomasse in drei Dessertgläser, dekorierte die Creme mit den Orangenfilets und parkte den Nachtisch bis zu seinem Einsatz im Kühlschrank. Da kann ich einen Aufenthalt von mindestens 2 Stunden empfehlen, dann haben sich die Aromen auf das Angenehmste vermischt und die Konsistenz ist sehr angenehm.

Was meine Familie dazu sagte?
Sie haben die Avocado-Schoko-Creme bis auf den letzten Löffel verputzt!
Meinem Vater gefiel, dass es nicht so süß war, meiner Ma, dass es wundervoll cremig und vollmundig schokoladig schmeckte und mir, dass das Orangen-Zimt-Aroma wundervoll mit der Schokolade harmoniert!img_5084

Das war also mein Start mit Avocados abseits einer Gesichtsbehandlung.

Nun warten weitere Rezepte mit dem Früchtchen auf mich! Ich freu mich drauf!

Ich wünsche Euch noch einen gemütlichen Sonntag – von schön, kann man bei dem regnerisch-stürmischen Wetter vor der Tür ja nicht sprechen!

Und falls ihr mögt, teilt mir Eure Erfahrungen mit der Avocado auf dem Speiseplan mit.

Bis neulich!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Voller Einsatz unter erschwerten Bedinungen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s