Gemeinsam sind sie lecker(er)!

Es herbstet nun wirklich mit aller Macht!
Inzwischen herrschen vor Beginn meiner Frühschicht Temperaturen, bedenklich nahe am Gefrierpunkt. Unter diesen Umständen sinkt auch schon mal mein Launebarometer gen Null!

Jeder von uns hat wohl seine eigenen Methoden, um mit schlechter Laune umzugehen… Ich für meinen Teil … backe!

Der heutige – weit wichtigere – Grund für einen neuen Kuchen ist aber ein anstehender Familienbesuch.

Dafür habe ich die Küchen-Bibel, die Rezepte-Sammlung meiner Mutter – ein handgeschriebenes Erbstück – durchforstet.

Ich habe einen Blick auf einen Schatz an Möglichkeiten geworfen und nach langem Blättern ein altes Rezept für einen Möhren-Walnuss-Kuchen gefunden. An diesen Kuchen konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Erst, als ich den Teig kostete, fuhren mir Bilder der Kindheit wie ein alter 8mm-Film vor dem inneren Auge hin und her. Wenn ich daran denke, bekomme ich jetzt noch eine wohlige Gänsehaut.

Aber nun zum Kuchen und seinen Zutaten:
Möhren sollen ja sooo gesund sein; ist das so?

Jepp!

Möhren enthalten von allen Gemüsen am meisten Carotin.
Das ist sowohl in Form von Alpha- als auch Beta-Carotin (Provitamin A, einer Vorstufe von Vitamin A) darin enthalten. Vitamin A ist unter anderem wichtig für unsere Sehfähigkeit, insbesondere das Nachtsehen, aber auch das Immunsystem und das Zellwachstum.
Je nach Sorte schwankt der Carotingehalt und kann deshalb ungefähr zwischen 5 und 30 Milligramm je 100 Gramm Karottengemüse liegen.

Sie enthalten darüber hinaus einige Vitamine der B-Gruppe, vor allem Vitamin B6, B1 und B2, sowie Vitamin C und E.
Außerdem sind Karotten reich an verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen, wie Kalium
, Phosphor, Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink.

Und was ist mit der Walnuss?

Die Walnuss verfügt über einen sehr hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie enthält Vitamin E, Vitamine der B-Gruppe, aber auch Kalium, Zink, Magnesium, Eisen und Kalzium.
Es heißt, der maßvolle Genuss von Nüssen habe positiven Einfluss auf die Blutfettwerte und könne Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
Wermutstropfen: Mit einem Fettanteil von über 60 Prozent sind sie nicht wirklich kalorienarm.

Aber zurück zum Kuchen:

Ich habe diesen Kuchen wirklich sehr gemocht. Es war eine der wenigen Gelegenheiten, zu denen ich Zimt außerhalb der Weihnachtszeit toleriert habe. Schon spannend, wie Sinneseindrücke alte Erinnerungen aktivieren, die einem plötzlich wie „gestern“ vorkommen.

Vielleicht kennt ihr so etwas auch!? Vielleicht sind es nicht unbedingt Speisen, sondern Gerüche, oder ein bestimmter Song, oder …?

Um nicht noch weiter abzuschweifen, mache ich Euch nun besser mit unserem Familien-Rezept bekannt:

Möhren-Walnuss-Kuchen „Damals wie heute“

Zutaten für eine 26er Springform:

270 g     Möhren, gerieben
160 g     Walnüsse
3             Eier (Gr. L)
190 g     brauner Rohrzucker
3 EL       Joghurt natur, 10% Fett (z. B. „griechische Art“)
180 g     Sonnenblumen-Öl
2 TL       Zimt
2 TL       Vanille-Essenz
¼ TL    Muskatnuss-Abrieb, frisch
½ TL    Salz
250 g     Dinkelmehl
1 TL       Backpulver

300 g    Frischkäse
120 g    Butter, zimmerwarm
2 TL      Vanille-Essenz
200 g    Puderzucker
½ TL    Salz

Zubereitung:

Zunächst den Ofen auf 180° Umluft vorheizen.

Boden und Rand der Springform mit Backpapier auslegen – beiseite stellen. Ich pinsele die Ränder der Form mit etwas Margarine oder Butter aus, damit die Backpapier-Streifen sicher fixiert sind.

Die Möhren schälen und halb grob, halb fein raspeln – beiseite stellen. Die Walnüsse grob hacken, oder in einen Gefrierbeutel füllen und mit dem Fleischhammer bearbeiten.

In einer Schüssel die Eier mit dem braunen Rohrzucker, Joghurt, Sonnenblumen-Öl, Zimt, Vanille-Essenz und Muskatnuss-Abrieb, zu einem homogenen Teig verarbeiten.
Das Mehl mit dem Backpulver peu à peu über den Teig sieben und gründlich verrühren.

Nun die Möhrenraspel und die Nüsse unterheben und die Teigmasse in die vorbereitete Springform füllen. Die Form auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 30 – 35 Min. backen; den Gargrad am Besten per Stäbchenprobe ermitteln.

Ist er gar, den Kuchen auf einem Kuchenrost komplett auskühlen lassen.

Nun kann das Frosting – wie es heute in „denglish“ heißt – zubereitet werden.

Dazu die zimmerwarme Butter mit dem Frischkäse verrühren, bis sich die beiden Substanzen gleichmäßig vermischt haben. Die Vanille-Essenz, das Salz und den Puderzucker zufügen und zu einer homogenen Masse verrühren. Dann kann die Masse noch eine Weile in den Kühlschrank, bis der Kuchen völlig ausgekühlt ist. Sollte der Kuchen schon erkaltet sein, wenn ihr das Frosting anrührt, könnt ihr die Masse direkt auf den Kuchen geben; das ist einfacher, da das Frosting dann noch zähflüssig ist. Je länger es nämlich im Kühlschrank auf seinen Einsatz warten muss, desto fester wird es – und entsprechend schwerer ist es zu verarbeiten.

Ist das Frosting auf dem Kuchen, darf er in den Kühlschrank, damit alles schön fest wird – am Besten über Nacht.

Dann nur noch schnell die Küche aufräumen, damit ihr später Platz zum Genießen habt! 😉

karotte-mohren-torte

Viel Spaß beim Nachbacken.

PS:
Ein kleiner Nachtrag:
Ich habe unter Einsatz meines „Lebens“ ein „Kontroll-Exemplar“ des Kuchens gesichert und im Kühlschrank aufbewahrt. Ich kann nun mit Bestimmtheit sagen, dass er auch am dritten Tag noch schön „schlotzig“ ist, wie man hier so sagt; also noch immer schön saftig! Kurz darauf ward er nicht mehr gesehen…

Seltsam, aber so steht es geschrieben.

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